Ein Garten voller Fabelwesen und Kunst zum Anfassen

Bruno Weber Park: Hereinspaziert ins Sagenreich!

Der Skulpturenpark im Limmattal lässt Kinderherzen höher schlagen - keine Frage. Aber auch Erwachsene geraten ganz schön ins Staunen.

Mit ernster Miene begrüssen uns die Eulen des Bruno Weber Parks im Eingangsbereich an diesem Sonntagnachmittag. Und wir erahnen schnell: Hier taucht man in eine andere Welt ein. In das sagenhafte Reich des verstorben Schweizer Künstlers Bruno Webers, der dem Skulpturenpark zwischen Dietikon und Spreitenbach sein Leben gewidmet hat. Unzählige überlebensgrosse und farbenfrohe Skulpturen hat der Bildhauer und Architekt im 15'000 Quadratmeter grossen Park zum Leben erweckt - aus Beton gegossen, aus Kunststoffschalungen kreiert und mit Mosaiken bestückt. Entstanden ist eine bizarre Gesellschaft aus sagenhaften Fabelwesen, beeindruckenden Tempelbögen und exotischen Pflanzengebilden. Ein Traumreich, das es zu entdecken, bestaunen und begehen gilt. Los geht’s!

Der kleine vierjährige Mann in unserem Schlepptau ist von der ersten Minute an wie elektrisiert. Im Stechschritt lässt er die gigantische Wiener-Eule beim Parkeingang links liegen und erklimmt die Stufen in Richtung Wassergarten, in dessen Mitte ein spinnenartiges Wesen prangt. Umrankt wird diese skurrile Wasserwelt von zwei riesigen, drachenförmigen Skulpturen genannt Doppelflügelhund. Die Hunde sind als Passerelle angelegt, die man besteigen kann. Was wir natürlich auf der Stelle tun - nur schon, um uns einen Überblick über das Parkgelände zu verschaffen.

Kaum oben angelangt, schreit der kleine Wicht auch schon: „Maaamii, da wott ich ane!“ und zeigt auf das Wohnhaus des verstorbenen Künstlers. Ein Traumschloss wie aus dem Bilderbuch! Mit einem Turm, der mit seinen 25 Metern Höhe beinahe bis in den Himmel reicht. Das ehemalige Wohnhaus von Bruno Weber ist allerdings für die Parkbesucher nicht zugänglich. Wer aber einen Eindruck über das Innere der Behausung bekommen will, kann sich im Kultur-Raum der Anlage einen Film über das Leben und Schaffen von Bruno Weber anschauen - es lohnt sich.

 

 

Wir laufen an Bruno Webers ehemaligem Zuhause vorbei und wagen uns in Richtung Schlangenweiher vor. Dort bilden zwei Schlangenskulpturen, die mit hunderten von Mosaiken bestückt sind, Brücken über den Weiher. In dessen Hintergrund erschliesst sich uns ein fantastischer Blick über das Limmattal.

Vom Weiher aus gelangen wir in den bewaldeten Teil des Skulpturenparks. Vorbei am Delphinbrunnen, dem Alpgeist und der Blumenfrau landen wir schliesslich - angelockt von mystischen Klängen - beim Alphornfrosch. Einem überdimensionalen Blashorn, das der kleine Mann auf der Stelle in Beschlag nimmt. Mit aufgeblähten Backen und voller Kraft entlockt er der Riesen-Amphibie die seltsamsten Töne. Wie man hört, soll der Künstler hier selber oft gesessen und die Zauberkraft des Waldes auf sich einwirken lassen haben.

Nach der musikalischen Einlage unseres Sohnes machen wir uns weiter auf dem waldigen Pfad und schliessen auf unserem Weg Bekanntschaft mit zahlreichen Fabelwesen: Mit einem doppelköpfigen Stier, der sich mächtig aus der Blätterpracht erhebt, mit zahlreichen Fingerlöwen, auf die man sich setzen kann und mit einer Riesenkatze, die uns ihre Zunge entgegenstreckt. Figuren, als seien sie direkt aus einem Märchen entlaufen, nur um uns an diesem Sonntagnachmittag in Staunen zu versetzen - das ist ihnen definitiv gelungen!

Der Park ist von März bis Oktober am Mittwoch, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Jeweils am letzten Sonntag im Monat gibt es einen Sonntagsbrunch mit Kulturprogramm.

 

Detaillierte Infos zur Anfahrt und den Öffnungszeiten:

Bruno Weber Park

Ein Artikel von:
Familianistas:
Nicole Gutschalk und Andrea Bornhauser
Am liebsten erkunden wir mit unseren Kindern die schönsten Spots rund um unsere Heimatstadt Zürich. Gemeinsam betreiben wir die Online-Plattform familianistas.ch, auf der wir modernen Familien Tipps in den Bereichen Mode, Wohnen, Kochen und Reisen geben.
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