Pinguinparade: Ein winterlicher Besuch im Zoo Zürich

Ein Besuch im Zoo Zürich lohnt sich auch im Winter

Im Winter können wir im Zoo Zürich mit den Königspinguinen spazieren gehen und uns anschliessend im Masoala Regenwald wieder aufwärmen.

Der Zoobesuch mit Kindern ist ein Klassiker: Jeder, der Kinder, Gottikinder, Nichten, Neffen oder Grosskinder hat, war sicher mindestens einmal im Zoo. Sehr wahrscheinlich bei Sonnenschein mit vielen anderen Familien. Zum Glück verteilt sich die Besucherschar dank des grossen Geländes gut, trotzdem aber sieht man manchmal aber vor lauter Menschen die Tiere fast nicht mehr. Deshalb gehen wir am liebsten bei schlechtem Wetter in den Zoo Zürich – am allerliebsten im Winter. Warum das so ist, lest ihr hier.
 

Weniger Besucher und zutrauliche Tiere

Generell sind im Winter deutlich weniger Leute im Zoo unterwegs. Als Besucher hat man dann viel Platz vor den Gehegen und Anlagen: alles ist ruhiger und entspannter. Das merken auch die Tiere. Sicher, die Zootiere haben auch bei grossem Andrang immer genügend Rückzugsmöglichkeiten. Diese ruhigen Orte etwas ausserhalb des direkten Besucher-Blickfelds nutzen sie auch entsprechend und sind dann auch weniger sichtbar.

Ein einzigartiges Erlebnis: Die Pinguinparade
Wenn man genau hinschaut, entdeckt man im Masoala Regenwald diverse Reptilien und Vögel

Unter 10°C laufen die Pinguine in Höchstform auf

Wenn es zwischen November und März schön kalt wird, wenn die Temperaturen unter 10 Grad fallen, watscheln die Königspinguine eine beachtliche Strecke durch den Zoo. Wieso sollten wir es also nicht wie die Pinguine machen und dann rausgehen, wenn es für Menschen ungemütlich wird? Dann wenn es regnet oder sogar schneit. Denn dann profitieren wir gleich von zwei grossen Vorteilen: Je kälter es ist, desto wohler fühlen sich die Pinguine und desto weniger Besucher scharen sich um sie. So können die Kleinen die unterhaltsame Show von der ersten Reihe aus bestaunen. Plötzlich finden sich Kinder Auge in Auge mit den Pinguinen.

Unsere Kinder lieben die Pinguinparade und kennen die Regeln haargenau. Unsere Tochter erinnert uns immer wieder daran: «Die Pinguine nicht überholen, nicht neben den Pinguinen gehen, und die Pinguine nicht anfassen!» Sie hat sich aber auch gefragt, warum die Pinguine eigentlich watscheln und ihre Flügel dabei so lustig abspreizen. Also hat sie bei Basil von Ah, Abteilungsleiter im Zoo Zürich, nachgefragt. Die Antwort ist einleuchtend. Aufgrund der sehr kurzen Beine und des ungünstigen Körperschwerpunkts (zumindest an Land) halten sie mit Hilfe der Flügel das Gleichgewicht – so wie wir die Arme ausstrecken, wenn wir auf einem Seil balancieren.

Ebenfalls wollte sie wissen, weshalb die Pinguine so gerne Fisch essen. In diesem Fall bestimme das Angebot die Nachfrage, sagt Basil von Ah. «Ausser Fisch ist die Auswahl in der Antarktis nicht besonders gross.» Ihr Körperbau hat sich der Nahrungsquelle angepasst: Pinguine sind sehr gute Schwimmer, dafür aber können sie – trotz Flügel – nicht fliegen.

 

 

Aufwärmen im Masoala Regenwald

Wenn uns nach der Pinguinparade kalt wird, gehen wir meist ins Menschenaffenhaus, zu den Elefanten oder in den Masoala Regenwald. In der 120 Meter langen und 90 Meter breiten Halle wachsen mehr als 500 Pflanzenarten, zwischen denen sich über 50 Wirbeltierarten aus Madagaskar verstecken. Hier sind die Temperaturen auch im tiefsten Winter tropisch warm. Wir packen unsere Winterjacken, Kappen und Handschuhe jeweils in den Kinderwagen, es gibt aber auch Schliessfächer.

Es lohnt sich, den Masoala Regenwald langsam zu entdecken. Je länger man hinschaut, desto mehr Tiere entdeckt man. Wo auf den ersten Blick nichts ist, findet man plötzlich Geckos, Chamäleons, Vögel, Schildkröten und Frösche. Der unbestrittene Star des Regenwaldes auf dem Zürichberg ist aber, zumindest für uns, der Rote Vari. Der Lemur hat es vor allem unserer Tochter angetan. Unser Familienritual ist es, solange in der Halle zu bleiben, bis wir mindestens einen entdeckt haben. Dies ist im Laufe der Jahre um einiges einfacher geworden. Basil von Ah weiss warum: «Die Mutter zweier Jungtiere ist früh gestorben. Deshalb sind diese beiden Roten Varis in engem Kontakt mit den Menschen gross geworden und sind entsprechend zutraulich.»

 

Unsere Tipps für einen Zoobesuch im Winter

  • Zieht euch warm an. Die alte Weisheit, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung gibt, trifft im Zoo zu 100 Prozent zu.
  • Nehmt euch Zeit und plant eine Route. Man muss nicht bei jedem Besuch alle Tiere sehen.
  • Die Info, ob die Pinguinparade stattfindet oder nicht, findet ihr jeden Tag aktuell hier.
  • Und ganz generell: eine Jahreskarte lohnt sich sehr schnell.

 

Zoo Zürich

Tiere hautnah erleben

 

November 2019

Ein Artikel von:
Jérôme
Lacourrège
Jérôme ist stolzer Zweifach-Papa und lebt in Zürich. Gemeinsam mit seiner Frau Deborah schreibt er auf www.mamarocks.ch über grosse und kleine Abenteuer als Familie. Als Mann hat er oft einen etwas anderen Blickwinkel auf Familienthemen.
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