Hot Pot oder Fussbad? Thermalbaden mitten in der Stadt.

Vom Wellnessen mit Kindern und anderen Abenteuern

Baden ist die Bäderstadt schlechthin. Seit über 2000 Jahren versorgen zahlreiche Quellen die Stadt mit Kraft und Wärme. Vor allem während der Belle Époque entwickelte sich das Bäderquartier zum regelrechten Hotspot.

Nirgendwo sonst in der Schweiz ist das Thermalwasser derart reich an Mineralien wie hier. Täglich sprudeln über 900'000 Liter Wasser aus Badens 18 Quellen. Das öffentliche Thermalbad wurde abgerissen. Jetzt wird das Quartier, das sich entlang des Limmatknies auf beiden Seiten erstreckt, aufgewertet. 2021 soll ein neues Thermalbad eröffnet werden. Bis dahin lässt es sich aber trotzdem prima baden.

An diesem Sonntag machen wir uns motiviert und mit Badetasche bepackt auf den Weg, um einen gemeinsamen Outdoor-Familien-Wellness-Tag in der Bäderstadt zu geniessen. So mit gesundem Thermalwasser, „Fussbädli“, feinem Punsch… Wellness für Gross und Klein, frei zugänglich und völlig kostenlos.

Unser erstes Highlight ist der Promenadenlift, der uns zur Limmat bringt. Wir flanieren dem Fluss entlang in Richtung Bäderquartier. Unterwegs sammeln wir grosse Rindenstücke (und schenken diese später unserem imaginären Freund Biber), werfen einem kleinen Hund „Steckli“ und füttern beim „Tränenbrünneli“ die Goldfische mit unseren mitgebrachten Brotkrumen.

Bemerkung: Von Mai bis August befindet sich hier jeweils das gemütliches Outdoor-Kafi „Kajüte“. Tipp: Unbedingt den Flammkuchen probieren.

 

Gratis-Thermalbad mitten in der Stadt

Kurz darauf erreichen wir unser erstes Etappenziel: Das Bagno Popolare, ein Pop Up Bädli auf dem Kurplatz direkt bei der grossen Baustelle. Das Bad ist ein Highlight – vor allem an kalten Tagen wie heute. Und deshalb sind wir auch nicht die einzigen hier.

Tipp: Am besten früh morgens oder dann wieder nach dem Eindunkeln vorbeischauen. Unter dem Sternenhimmel zu baden ist nämlich besonders schön.

Wir finden ein Plätzchen im wunderbar 38 Grad warmen Wasser. Erwähnenswert wie ich finde, denn ich – erprobter Gfröörli – friere im Wasser fast immer. Aber 38 Grad ist, sogar für mich, die absolut ideale Badetemperatur. Ich bin überrascht wie lange die Kinder es hier drin aushalten. Um ehrlich zu sein, wären sie wohl jetzt noch drin, hätten wir sie nicht irgendwann wieder „rausgelotst“. In der Garderobe, eine Toilette gibt es auch, rubbeln wir uns trocken und machen uns auf zum nächsten Etappenziel.

Garderobe mitten auf der Baustelle mit Abenteuercharakter
Garderobe im Atrium-Hotel Blume

Seit Kurzem befindet sich vor dem legendären Hotel Blume ebenfalls ein öffentlich und völlig kostenlos zugänglicher Hot Pot. Dieser ist während der kalten Jahreszeit in Betrieb.

Tipp: Unbedingt das Atrium bestaunen, beim Wunschbrunnen einen Wunsch deponieren und einmal ein Abendessen hier einplanen. Die Atmosphäre ist berauschend und das Essen unglaublich gut.

Wir haben Glück: Der Hot Pot gehört uns für eine ganze Stunde ganz allein. Fazit: Die Kids rocken die wunderhübsche mit Thermalwasser gefüllte Holz-Badewanne und setzen alles im Umkreis von zwei Kilometern unter Wasser. Wir Erwachsene kommen auch auf unsere Kosten: Via „Klingel“ kann man im Hotel eine Bestellung aufgeben, kurze Zeit später werden Punsch, Kaffee und ein kleiner Snack geliefert, direkt zur Badewanne. Herrlich.

Später, viel, viel später, wagen wir uns wieder raus in die Kälte. Für CHF 2.- dürfen wir die Duschen und die schönen Umkleidekabinen des Hotels benutzen.

 

 

Fussbad, hier kriegt niemand kalte Füsse

Auch im tiefsten Winter die Schuhe und die Socken ausziehen und sich gemütlich auf eine Bank setzen – in Baden ist das möglich: Nur einmal „ums Eck“ befindet sich die Thermalbank.

Die acht Meter lange Thermalbank befindet sich an der Limmatpromenade, gleich beim Inhalatorium. Das mit warmen und mineralreichen Thermalwasser gefüllte Fussbad ist zu jeder Zeit kostenlos nutzbar. Die Thermalquelle 'Heisser Stein' versorgt es über eine alte Holzleitung unterirdisch mit warmem Thermalwasser. Während wir gemütlich unsere Füsse baden, erzähle ich den Kindern eine Geschichte aus dem mitgebrachten Buch. Für den Moment braucht’s nichts mehr.

Drei Kapitel später wird’s dann doch etwas frisch und wir machen uns auf den Heimweg. Aber nicht ohne uns vorher beim Scandinavian Deli in der Altstadt mit den weltbesten Zimtschnecken einzudecken, die frisch aus dem Ofen kommen.

Fazit: Baden ist für die ganze Familie immer eine Reise wert. Die öffentlichen und kostenlosen Thermalangebote sind perfekt für einen originellen und entspannten Tag in der Bäderstadt. Sehr empfehlenswert für Gross und Klein.

 

Und hier noch ein paar Insider-Baden-Tipps:

  • Beste Aussicht über die Stadt: Schartenfels, Hertenstein-Chänzeli, Ruine Stein
  • Bäder-Infocenter: Im Inhalatorium gleich neben dem Hotel Limmathof befindet sich das Bäder-Infocenter mit spannenden Geschichten und Installationen zum Entdecken.
  • Kaffee: Im Kafi „Unverpackt“ gibt’s nebst vielen feinen Köstlichkeiten auch einen wunderschönen, grosszügigen Spielbereich für die Kleinen.
  • Für die Kinder: Tolle Spielplätze gibt’s im Graben unter der Hochbrücke oder im alten Friedhofspark. Auch das Kindermuseum ist ein ganz wunderbarer Ort, um jede Menge Quality-Time mit den Kindern zu verbringen.

 

Wellness mit Kindern: Thermalbäder, Hamams und Spas

 

Titelbild: Nicolas Petit / Bagni Popolari Baden

Januar 2019

Ein Artikel von:
Corinne
Fischbacher
Die Journalistin Corinne lebt und arbeitet im Kanton Aargau. Sie ist Mutter von zwei Töchtern (6 und 11 Jahre). Sie liebt es Neues zu entdecken, die Schweiz und auch die ganze Welt zu bereisen. 2017 gründete sie die Familienplattform www.mamicheck.ch.
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